Extrazelluläre Vesikel in Radio- oder Chemotherapiebehandlung

Projekt: Forschung

Verbindungen anzeigen

Projektleitende

  • Lange, Claudia, (Projektleitung)

Bibliografische Daten

Beschreibung

Ganzkörperbestrahlung oder Chemotherapie sind gängige Vorbehandlungen in der hämatologischen Onkologie zur Beseitigung von Tumorzellen. Allerdings sind diese Methoden auch mit starken, z.T. lebensbedrohlichen Nebenwirkungen durch ein Versagen der Blutbildung verbunden (Myelosuppression).
Sogenannte „mesenchymale Stromazellen“ aus dem Knochenmark bilden im Organismus eine Nische, in der die blutbildenden Stammzellen lebenslang unterstützt werden und hier die Befehle zur Teilung und Ausbildung von reifen Blutzellen erhalten. Wir konnten in Vorarbeiten in einem Mausmodell zeigen, dass diese Stromazellen die negativen Effekte von Bestrahlung beseitigen können und ein langfristiges Überleben der behandelten Tiere durch die Stimulation der Blutbildung ermöglichen. Dabei offenbarte sich, dass die transplantierten Stromazellen nicht in blutbildende Zellen umgewandelt werden, sondern durch abgegebene Substanzen die Erholung stimulieren. Weitere Versuche zeigten, dass von den Stromazellen abgegebene „extrazelluläre Vesikel (EV)“ mit einer Größe im Nanobereich diesen Effekt bewirken. Diese EV wurden als Überträger von Informationen ihrer Elternzellen beschrieben und nehmen eine Schlüsselstellung in der Zell-Zell-Kommunikation ein. In unterschiedlichen Modellen zeigten die EV gleiche regenerierende Eigenschaften wie die Elternzellen, jedoch ohne die potentiellen Gefahren, die mit einer Transplantation von Zellen einhergehen können.
Ziel der von der Deutschen Krebshilfe unterstützten Arbeiten ist die genaue Charakterisierung der stimulierenden Substanzen, die durch Stromazell-abgegebene EV die Blutbildung anregen. Perspektivisch soll ein zellfreies Produkt gegen eine folgenschwer verlaufende Myelosuppression nach Radio- oder Chemotherapie entwickelt werden. Diese Ergebnisse haben das Potential, völlig neue Strategien für unterstützende Therapien bei onkologischen Patienten zu eröffnen. Dabei können potentielle Nebenwirkungen von Zelltherapien verhindert werden, ohne die regenerative Wirkung der Ursprungszellen einzubüßen.
Akronym70111949 Deutsche Krebshilfe
StatusBeendet
Tatsächlicher Beginn/-es Ende01.05.1630.04.19